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The new New Economy Analyst Report – Febr. 6, 2005

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English Version

 

Intangible Assets und die wertorientierte Steuerung von Netzwerken in der Automobilindustrie. Teil 1: Die Rolle einer Intangibles-basierten Analyse des Wertschöpfungssystems – Das Fallbeispiel Toyota

News categories: The New Economy Economics, strategy / strategy management, Performance management and controlling, Investor and Stakeholder Relations

 

von Jürgen H. Daum

 

Der vorliegende Artikel ist Ergebnis der Arbeit des Autors im Arbeitskreis  “Network-Based Management/Network Value Added in the Automobile Industry” der European Business School, der zusammen mit mehreren Autoherstellern und Zulieferern gegründet wurde.  Der Beitrag ist erschienen in: in: Gleich, Ronald (Hrsg.): Network Value Added – Planung und Steuerung von Netzwerken in der Automobilindustrie, Forschungsbericht aus der Reihe General Management der Supply Management Group, St. Gallen, 2004, S. 123-182

 

 

Einführung in das Thema des Artikels: Die Notwendigkeit einer Intangible Asset Perspektive

 

Unternehmen unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihrer inneren betriebswirtschaftlichen Logik als auch hinsichtlich ihrer Ressourcen- bzw. Asset-Struktur. Betrachtet man zwei Firmen jedoch aus der finanziellen Perspektive, also die Cash Flows und die Bilanzen, können sie genau gleich aussehen - mit dem gleichen Umsatz, der gleichen Marge und der gleichen Bilanzstruktur. Erst durch die Intangible Asset Perspektive werden diese Zusammenhänge transparent. Erst durch sie wird klar, wie ein Unternehmen tatsächlich Mehrwert schafft: welche Kompetenzen, Ressourcen, Assets die entscheidenden sind, wie diese durch welche Prozesse und Strukturkapital in Kundenwert und schließlich in Erlöse und Cash Flows transformiert werden. Erst so wird auch sichtbar, wie fit ein Unternehmen für die Zukunft  bzw. mit welchen Risiken es behaftet ist. Erst durch die Intangible Assets Perspektive wird klar, wie effektiv und effizient ein Unternehmen tatsächlich ist, (Mehr)Wert zu schaffen, und wie wahrscheinlich es ist, dass es diese Fähigkeit in Zukunft bewahren kann. 

 

Die Intangible Asset Perspektive begründet damit ein anderes, erweitertes Modell des Unternehmens als den traditionellen rein accounting-basierten Ansätzen zugrunde liegt. Wahrend die Finanz- oder Accountingsicht zeigen soll, wie erfolgreich ein Unternehmen aus wirtschaftlicher Sicht dasteht (finanzielle Inputs in Form von Investitionen und Aufwendungen versus finanzielle Outputs in Form von Gewinn bzw. Free Cash Flows) und somit als letzter Prüfstein für den Unternehmenserfolg dient, versuchen Intangible Asset basierte Ansätze in der Unternehmenssteuerung zusätzlich das komplexe Wirkgefüge an Ressourcen und Transformationsprozessen aus einer Intangible Asset Perspektive abzubilden, um die tatsächlichen Werttreiber und Wertschöpfungsvorgänge systematisch im Rahmen der Unternehmenssteuerung in den Griff zu bekommen. Erst so werden diese aus Managementsicht optimierbar und nur so kann die Enterprise Total Factor Productivity kontinuierlich verbessert werden

 

Dies soll in diesem Artikel am Beispiel von Toyota diskutiert werden.

 

Angesichts des Erfolgs von Toyota prophezeit die amerikanische Journalistin und Expertin für die Automobilindustrie, Micheline Maynard, in Ihrem Buch „The End of Detroit“ das Ende der Dominanz der Amerikaner in der Automobilindustrie und dass am Ende der Dekade mindestens einer der „Big Three“ vom Markt verschwunden sein wird.. 

 

Was macht den Erfolg von Toyota und den Mißerfolg der amerikanischen “Big Three” aus?

 

Micheline Maynard sieht den Grund für den Misserfolg der amerikanischen „Big Three“ (und für den Erfolg von Toyota) vor allem darin, dass die amerikanischen Hersteller die Kundenbedürfnisse nicht mehr verstehen und zu sehr über kurzfristigen finanziellen Erfolg gesteuert werden. Man kann das zurecht so interpretieren, dass sie das Verständnis, die Sensibilität und das Gespür für die intangiblen Kundenwerte und für deren Entstehen im eigenen Wertschöpfungssystem verloren haben und nur noch auf die Finanzzahlen schauen ( die allerdings mit Zeitverzögerung immer die Wertschätzung der Kunden in Hinsicht auf das Produktangebot wiederspiegeln werden). Da die amerikanischen Hersteller die Fähigkeit verloren haben, die Balance zwischen Kundenwert und Rendite zu halten, ist ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihr langfristiges Überleben gefährdet.. Was Ihnen fehlt ist eine Intangible Assets Perspective und eine Intangible Assets-basierte Strategie.

 

Diese Artikel diskutiert am Beispiel von Toyota die Implikationen einer Intangible Assets Perspektive und welche Einblicke diese sowohl für das Management als auch für Investoren bietet, um entweder eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und wahren Shareholder Value zu beurteilen oder diese zu managen.   

 

 

Abstract des Artikels

 

Eine der großen Herausforderungen in der Automobilindustrie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, dürfte – neben weiteren technologischen Innovationen, z.B. in Form der Entwicklung umweltfreundlicherer Fahrzeuge – das Schaffen von Mehrwert durch eine signifikante Verbesserung des individuellen Erlebnisses der Kunden mit dem Produkt sein. Für die Automobilhersteller (OEMs) werden dabei zwei wesentliche Fähigkeiten eine entscheidende Rolle spielen: Erstens die Fähigkeit, wertschöpfend unter laufender Steigerung der Produktivität in Unternehmensnetzwerken (mit Lieferanten, Entwicklungspartnern, Distributionspartnern, Servicepartnern etc.) operieren zu können, um durch eine intensivere Arbeitsteilung die mit einem umfassenderen Kundenwert-orientierten Ansatz einhergehende Komplexität des Wertschöpfungssystems beherrschbar zu machen. Zweitens die Fähigkeit, alle vorhandenen Wertpotentiale im eigenen Haus und bei den Partnern zu heben, was nichts anderes bedeutet, als das Unternehmen bzw. das Netzwerk so steuern zu können, dass die eigenen Intangible Assets bzw. die der Partner optimal genutzt werden können. Nur so kann nachhaltig Kundenwert geschaffen und eine ausreichende Finanzrendite generiert werden. Intangible Assets können jedoch erst im konkreten Zusammenhang und Kontext des jeweiligen Unternehmenswertschöpfungssystems ihre wertschöpfenden Kräfte entfalten, um Mehrwert für Kunden, Shareholder und andere Stakeholder zu schaffen. Deshalb können diese nicht isoliert im Rahmen der Unternehmenssteuerung betrachtet und behandelt werden. Dies aufzuzeigen, in die Grundlagen des Intangible Assets Managements einzuführen, und erste Ansatzpunkte für eine Unternehmenssteuerung in der Automobilindustrie unter Berücksichtigung der Intangible Assets zu liefern (aus der Perspektive eines OEM), ist das Ziel des vorliegenden ersten Teils dieses Beitrags, der dies am Fallbeispiel des Wertschöpfungssystems von Toyota diskutiert. In zweiten Teil, der für den nächsten Forschungsbericht des Arbeitskreises „Netzwerkorientierte Steuerung/Network Value Added in der Automobilindustrie“ geplant ist, wird dann untersucht werden, wie sich die im vorliegenden Beitrag gewonnen Erkenntnisse zu einem umfassenden Konzept einer Intangible Assets basierten Netzwerksteuerung weiter entwickeln lassen.

 

 

Den Artikel lesen

 

Intangible Assets und die wertorientierte Steuerung von Netzwerken in der Automobilindustrie. Teil 1: Die Rolle einer Intangibles-basierten Analyse des Wertschöpfungssystems – Das Fallbeispiel Toyota

(erfordert Acrobat Reader) 

 

 

 

Über den Autor

 

Juergen H. Daum ist Management Adviser, Finance & Unternehmenssteuerungs-Experte und Chief Solution Architect der Business Solutions Architects Group EMEA bei der SAP, Walldorf. Für die CFOs und Controller zahlreicher europäischer Unternehmen fungiert er als Ideen- und Impulsgeber bei der Neuausrichtung der Finanzorganisation und der Unternehmenssteuerung. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Fachzeitschriften, spricht auf Konferenzen im In- und Ausland und ist Autor von „Intangible Assets oder die Kunst, Mehrwert zu schaffen“ (dt.: Galileo-Press 2002, engl.: John Wiley & Sons, 2003). Vor seiner Zeit bei SAP war er kaufmännischer Leiter eines mittelständischen Unternehmens. Website: http://www.juergendaum.de/

 

 

Additional Resources:

 

Interview with Baruch Lev: Accounting, Reporting and Intangible Assets

 

Why a new Management System ? – article by Juergen H. Daum

 

Juergen H. Daum's groundbraking book: Intangible Assets and Value Creation, Wiley 2003

 

J.D.’s Best Practice Channel – Finance

 

 

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A European Peer Discussion: “Measuring and Managing Intangible Values in Today’s Economy”

 

Intangible Assets: a central topic at the mySAP Financials conference in Strasbourg

 

Corporate Performance Management: Managing profitability and growth in the new environment

 

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Interview with Leif Edvinsson: Intellectual Capital: the new wealth of corporations

 

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The book of the month: “Intangibles: Management, Measurement, and Reporting” by Baruch Lev

 

How Systems Thinking / Systems Dynamics helps to identify limits to growth to boost innovation value

 

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Interview with David P. Norton: "Intangible Assets and the Balanced Scorecard"

 

  

 

 

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